Künstlerhaus
Halle für
Kunst & Medien

Burgring 2
8010 Graz, Austria
Dienstag bis Sonntag
10–18h
Donnerstag
10–20h
De / En
Journal
De / En

Pressegespräch:
21.09.2018, 12:00

Eröffnung:
22.09.2018, 15:30


Lange Nacht der Museen
06.10.2018, 18:00 – 1:00 nachts

Kurator: Jürgen Dehm

im Rahmen von 
steirischer herbst

ermäßigter Eintritt mit dem steirischer herbst Festivalpass: 2 €

Dank an: Danish Arts Council, Kopenhagen; Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung, Zürich; sonible GmbH, Graz

Shuttle zur Eröffnung am 22.9., Wien–Graz–Wien: streicher@steirischerherbst.at

Rahmenprogramm
donnerstags, 18 Uhr

27.09. Vortrag, Jürgen Dehm (Kurator, Künstlerhaus, Halle für Kunst &
Medien, Graz)

04.10. Vortrag, Jenny Nachtigall (Kunsthistorikerin, Akademie der Bildenden
Künste München)    

11.10. Filmschau "Welt am Draht" (Rainer Werner Fassbinder, 1973)

18.10. Vortrag, Christian Stiegler (Brunel University, London)    

25.10. Katalogpräsentation Maja Vukoje (Künstlerin, Wien)        

08.11. Round table mit Gerriet K. Sharma (Künstler, Graz), Constantinos
Miltiadis (Architekturtheoretiker, TU Graz), Elisabeth Fiedler (Universalmuseum
Joanneum, Graz)

15.11. Präsentation, Institut für elektronische Musik und Akustik (Kunstuniversität Graz)    

22.11. Performance, Marc Lee (Künstler, Zürich)

29.11. Vortrag, Sabine Flach (Kunsthistorikerin, Karl-Franzens-Universität Graz)

Begleitprogramm in Kooperation mit der Professur für Moderne und Gegenwartskunst des Instituts für Kunstgeschichte der Karl-Franzens-Universität Graz

Jeden Samstag 14 Uhr findet eine Gratisführung durch die Ausstellung statt.

Weiterführende Informationen zu VR-Kunst finden Sie auf www.radiancevr.co

23 09 2018 — 29 11 2018

Artificial Paradise?

Immersion in Raum und Zeit

Banz & Bowinkel, Ivana Bašić, Paul Chan, Frauke Dannert, Harun Farocki, Olga Fedorova, Johann Kniep, Marc Lee, Manuel Roßner, Gerriet K. Sharma, Jakob Kudsk Steensen, Addie Wagenknecht

Im Herbst 2018 widmet sich das Künstlerhaus, Halle für Kunst & Medien dem Eintauchen in künstliche Welten. Mit einem Blick zurück nach vorn werden in „Artificial Paradise? Immersion in Raum und Zeit“ immersive Arbeiten von zwölf internationalen Künstler_innen aus den letzten Jahren mit eigens für die Ausstellung entstandenen Neuproduktionen zusammengeführt.

Das Eintauchen in ein Bild, in dessen Imaginationsraum, ist ein Anliegen, das sich in der Kunstgeschichte weit zurückverfolgen lässt. Aktuell sind es vor allem die neusten Technologien der Virtual Reality, die einen Eintritt in alternative Wirklichkeiten ermöglichen. Doch welche Aspekte sind für junge Kunstschaffende heute ausschlaggebend, sich mit Immersion auseinanderzusetzen? Wie sind die jüngst konzipierten artifiziellen Welten beschaffen? Und mit welchen künstlerischen Ansätzen schickten sich Künstler_innen in der jüngeren Vergangenheit an, die Grenze zwischen faktischer Wirklichkeit und dem virtuellen Raum zu überwinden?

Die Ausstellung nimmt insbesondere die Schwelle des Eintauchens in die künstlich erschaffenen Welten in den Blick. Während etwa die ältere Landschaftsmalerei vor allem eine imaginäre Teilhabe an illusionistisch-idealistischen Naturwelten bot, zielen die jüngsten Arbeiten in der Virtual Reality auf eine möglichst vollständige Absorption der Betrachter_innen ab. Buchstäblich vollzogen werden kann der Eintritt in artifizielle Umgebungen in Rauminstallationen oder Environments mit Sound. Auch die
künstlerische Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Analogem und Digitalem sowie von immersivem Medieneinsatz und militärisch-politischen Strategien werden in der Ausstellung thematisiert.

Gerade die eigens für die Ausstellung angefertigten Neuproduktionen, die sich auf das Künstlerhaus und seine elegante Architektur beziehen, bieten den Besucher_innen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen in der faktischen Wirklichkeit denen im virtuellen Raum gegenüberzustellen. Die Grenze zwischen planer Bildfläche und illusionistischer Räumlichkeit tritt auch in den in der Ausstellung gezeigten Lentikulardrucken deutlich hervor. Der Kippeffekt dieser Linsenrasterbilder erzeugt bei einer Veränderung des Blickwinkels eine alternative Ansicht, erweckt so also den Eindruck von Bewegung und Dreidimensionalität.

Das Künstlerhaus, Halle für Kunst & Medien folgt mit dieser Ausstellung konsequent seiner Programmatik, widmet sich also dem zeitaktuellen Umgang mit Medientechnologien in der Kunst. Im Panorama künstlicher Welten der letzten Jahre sind die Schwellen des Übergangs in unterschiedlich starker Ausprägung nachvollziehbar. Doch vermag der an die Entwicklung der Technologie geknüpfte Fortschrittsglaube paradiesische Zustände herbeizuführen? Oder evozieren die nahezu perfekten virtuellen Welten auch Verunsicherung und Erstarrung? Denn schon die Überhöhung des Schönen zum Erhabenen, wie es insbesondere an der romantischen Landschaftsmalerei festgemacht wurde, birgt durch seine Unerreichbarkeit bekanntlich auch Schrecken und Furcht. Und auch die Überlegungen zum „Uncanny Valley“ beruhen schließlich auf der Feststellung, dass künstlich erzeugte Körper und Figuren ab einem gewissen Grad an anthropomorpher Ähnlichkeit drastisch an Akzeptanz durch die Rezipient_innen verlieren.

„Artificial Paradise? Immersion in Raum und Zeit“ möchte zu Mutmaßungen und Spekulationen über zukünftige artifizielle Welten anregen. Damit stellt die Ausstellung letztlich auch die Frage, wie die künstlichen Paradiese der Zukunft beschaffen sein könnten.

Künstlerhaus
Halle für Kunst & Medien

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8010 Graz, Austria
Dienstag bis Sonntag 10–18h
Donnerstag 10–20h