Künstlerhaus
Halle für
Kunst & Medien

Burgring 2
8010 Graz, Austria
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In Kollaboration

steirischer herbst '19 und Künstlerhaus, Halle für Kunst & Medien

Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.

21 09 2019  17:00

Jeremy Deller, Jasmina Cibic; Christoph Platz, David Riff

Künstlergespräch
Jasmina Cibic, Das Geschenk – 1. Akt, 2019, Produktionsstill
Courtesy die Künstlerin und Espace Niemeyer

Jasmina Cibic und Jeremy Deller sind neben Ian Hamilton Finlay zwei der drei künstlerischen Positionen des Ausstellungsprojektes „Grand Hotel Abyss“, die in Kooperation mit dem steirischen herbst 2019 im Künstlerhaus, Halle für Kunst & Medien präsentiert werden. Die slowenische Künstlerin und der englische Künstler berühren mit ihren Beiträgen aus verschiedenen Perspektiven die Idee, der Bau des Künstlerhauses sei als ein Abschiedsgeschenk der in der Nachkriegszeit in der Steiermark positionierten britischen Alliierten zu sehen.
Cibics Videoinstallation „Das Geschenk – 1. Akt“ (2019) nimmt die unzähligen politisch motivierten Schenkungen, die sich in der Kunst- und Architekturgeschichte Europas finden lassen, in den Blick. Deller befasst sich seinerseits in seiner neusten Videoproduktion „Putin’s Happy“ (2019) mit dem fehlgeleiteten Patriotismus, der zum Ergebnis des Brexit-Referendums beitrug und hinterfragt den faulen Zauber britischer Nationalmythen und politischer Geschichte, die die heutige Situation in seinem Land hervorgebracht haben. In einem Gespräch mit Christoph Platz (Leiter der Kuratorischen Belange, steirischer herbst) und David Riff (Senior Curator, steirischer herbst) werden die beiden Künstler nicht nur über historische und brandaktuelle kultur- und gesellschaftspolitische Bewegungen miteinander sprechen, sondern ebenso Einblick in ihre Werksprozesse, Inspiration und inhaltlichen Auseinandersetzungen gewähren.

Jeremy Deller (*1966 London, lebt in London) studierte ursprünglich Kunstgeschichte an der University of Sussex. Seit den frühen 1990er Jahren ist er selbst als Künstler tätig. Dellers Projekte sind oft politisch aufgeladen, voller historischer Bezüge und mit der Absicht versehen, konservative Denkmuster aufzubrechen. Zu seinen wichtigsten Ausstellungen zählen „From one Revolution to Another“ (Palais de Tokyo, Paris, 2008), „It Is What It Is: Conversations About Iraq“ (Creative Time and New Museum, New York, Hammer Museum, Los Angeles, Museum of Contemporary Art, Chicago, 2009) und „Joy in People“ (Hayward Gallery, London, 2012). 2013 bespielte er auf der Venedig Biennale den britischen Pavillon. 2004 wurde ihm der Turner Prize verliehen.

Die Arbeit der Künstlerin Jasmina Cibic (*1979 Ljubljana, lebt in London) dreht sich oftmals um das Konstrukt von nationaler Kultur, ihrer zugrundeliegenden Ideologie, politischen Ziele und Nutzung sowie dem politischen Gebrauch von Kunst, vor allem von Architektur, im Allgemeinen. 2006 schloss sie ihren Master of Fine Arts an der Goldsmiths, University of London, ab. Mit ihrem Projekt „For Our Economy and Culture“ vertrat Cibic 2013 Slowenien in seinem Pavillon auf der Venedig Biennale. Ihre Arbeiten wurden zuletzt in der Galerie Tobačna 001 in Ljubljana, in der Whitechapel Gallery London, im Louvre Auditorium und im Kaiser Wilhelm Museum, Krefeld gezeigt.

Christoph Platz (*1982 Aachen, lebt in Graz) ist Kunsthistoriker, Kurator und Ausstellungsmanager. Er war für die Skulptur Projekte Münster 07, die Kunsthalle Münster und den Westfälischen Kunstverein tätig und publizierte das Buch „Kunstverein im Umbruch" (2011), das die institutionelle Entwicklung im Deutschland der Nachkriegszeit analysiert. 2010 wurde Platz Mitglied der Abteilung für Projektmanagement der dOCUMENTA (13), der er später vorstand. Er war Leiter der Ausstellungsabteilung der Bergen Assembly (2013) und der documenta 14 (2017) und unabhängiger strategischer Berater für Künstler_innen und Institutionen (Stadtkuratorin Hamburg, Akademie der Künste der Welt in Köln u. a.). Seit 2018 lebt Platz in Graz, wo er als Leiter der kuratorischen Belange für den steirischen herbst arbeitet und am Institut für Zeitgenössische Kunst (IZK, TU Graz) unterrichtet.

David Riff (*1975 London, lebt in Berlin) ist Autor, Übersetzer, Künstler, Kurator und ehemaliges Mitglied des Künstlerkollektivs Chto Delat. Seit 2018 ist er Kurator des steirischen herbst. Riff arbeitete u. a. als Ko-Kurator für die 1st Ural Industrial Biennal in Jekaterinburg (2010, gemeinsam mit Cosmin Costinas und Ekaterina Degot) und leitete zusammen mit Degot die erste Bergen Assembly (2013). Sein jüngstes Projekt als Künstler und Kurator war einer großen Ausstellung über Michail Lifschitz in Moskau gewidmet (2018, gemeinsam mit Dmitry Gutov).

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